Zentral gelegener Ort der Kraft

Die an Locarno angrenzdende Ortschaft Muralto bietet mit ihrer Kirche San Vittore ein schöner Ort der Stille und Kraft. Dem Besucher von San Vittore in Muralto bietet sich die Möglichkeit, sich in die unteren Teil zurückzuziehen. Als Ort der Ruhe findet er dort Kraft und Inspiration. Die Kirche wurde von 1977 bis 1989 mit viel Liebe fürs Detail restauriert.

Der Ursprung der Kirche San Vittore geht auf das 9./10. Jhdt zurück und trägt den Namen des Heiligen Viktors. Trotz späterer Umbauten wurde die feierliche romanische Struktur beibehalten. In späteren Zeiten wurden zahlreiche Bauelemente beigefügt: der Glockenturm, ein Vorbau beim Eingang, der als Taufkapelle diente, die Sakristei auf der Ostseite, eine kleine Säulenhalle mit fünf Arkaden, die das alte Beinhaus umschliesst, und darin ein kleines Gebäude, das "Oratorio della Confraternita del Sacramento" genannt wird.

Fresken aus der Genesis von 1150

In der Kirche San Vittore in Muralto schmücken zahlreiche Fresken aus verschiedenen Epochen die Apsiden und die Wände der drei Schiffe. Während der Restaurierung von San Vittore ist der älteste und bedeutendste Freskenzyklus der Kirche zum Vorschein gekommen. Er stellt Szenen aus der Genesis dar und geht etwa auf das Jahr 1150 zurück.

An der Südwand der Gegenfassade sind das Fresko einer Jesus-Abildung mit Stock und einige Blumendekorationen ans Licht gekommen, die auf das romanische Zeitalter zurückgehen dürften. Der Ursprung der Dekorationen in der Wölbung der kleinen Apsis des südlichen Kirchenschiffs wird hingegen im 13. Jahrhundert vermutet: Im Kreuzgewölbe des vorhergehenden Bogens sind eine "Majestas Domini" mit Engeln und die Apostelgesichter erkennbar. Im unteren Teil des Chors, hinter dem Hochaltar, ist das Fragment einer Verkündigung mit Gott Vater zu erkennen, umrahmt von einer Inschrift, die die Jahrzahl 1467 und den Namen des Auftraggebers aus der Familie Muralto zu trägt.